Projekt

Was ist unsere Vision?

Unsere Vision ist es, mit baureka.online ein disziplinspezifisches Forschungsdatenportal für die Historische Bauforschung zu entwickeln und zu etablieren. Die Fachcommunity soll damit die Möglichkeit erhalten, ihre Forschungsdaten über eine einzige digitale Plattform nachhaltig zu speichern, zentral zu erschließen, nachzunutzen und zu publizieren. Dabei ist es unser Ziel, baureka.online so zu konzipieren, dass es intuitiv und mit möglichst wenig Aufwand nutzbar ist.

Wer sind wir?

Wir entwickeln baureka.online in einem interdisziplinären Team aus Architekturhistoriker:innen und IT-Expert:innen an der RWTH Aachen, der TU Berlin und am FIZ Karlsruhe. Daneben ist baureka.online aber vor allem auch die Bauforschungscommunity im deutschsprachigen Raum. Wir sind uns bewusst, dass eine disziplinäre Forschungsdateninfrastruktur nur dann Erfolg haben kann, wenn sie eng an den Bedürfnissen und mit Rückhalt der Fachcommunity entwickelt wird. Deshalb binden wir die Community über Umfragen, Community-Workshops, Pilotprojekte und das gemeinsame Testen von Beta-Versionen laufend in unseren Entwicklungsprozess ein.

Wie ist das Projekt entstanden?

Am Anfang des Projekts baureka.online stand eine Online-Erhebung, die wir Ende 2016 unter Architekturhistoriker:innen, Denkmalpfleger:innen, Architekt:innen u.a. durchführten, um den Bedarf für ein Forschungsdatenrepositorium abzufragen (downloads). Dabei erkundigten wir uns nach dem bisherigen Umgang mit Forschungsdaten und nach dem Interesse an bestimmten Dienstleistungen eines Forschungsdatenportals, etwa eines zentralen Nachweiskatalogs, eines Langzeitspeichers und einer Publikationsplattform.

Auf der Grundlage dieser Bedarfsanalyse fand im März 2017 in Aachen ein Auftaktworkshop mit etwa 40 Teilnehmenden statt, auf dem Anwendungsfälle und Rechteproblematiken diskutiert wurden. Nachdem mit FIZ Karlsruhe ein erfahrener IT-Partner für unser Projekt gewonnen werden konnte, haben wir schließlich in den Jahren 2017 und 2020 einen DFG-Antrag im LIS-Förderprogramm Informationsinfrastrukturen für Forschungsdaten vorbereitet, der Ende 2020 bewilligt wurde (downloads).

Im Zuge der Antragstellung formierte sich auch der Wissenschaftliche Beirat (Netzwerk), der unser Projekt eng begleitet . Er umfasst Mitglieder aus der Community der Historischen Bauforschung sowie aus der bau- und bauforschungsnahen Informationswissenschaft. Es erfolgte die Vernetzung mit den relevanten Fachgesellschaften sowie mit erfolgreichen Projekten im Bereich Forschungsdatenmanagement. Darüber hinaus haben wir eine Einbindung von baureka.online in die in die Konsortialinitiativen NFDI4Objects und NFDI4Culture der sich aktuell formierenden Nationalen Forschungsdateninfrastruktur NFDI etabliert.

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Abb. 1: Ergebnisse des World-Cafés beim Initialworkshop von 2017.


Wie entwickeln wir baureka.online?

Im Zentrum von baureka.online steht das individuelle Bauforschungsprojekt mit seiner Vielfalt von Forschungsdaten in unterschiedlichen Formaten und verschiedenen Bearbeitungsstufen. Unser Ziel ist es, solche Projekte über ihre Metadaten homogen abzubilden und auf diese Weise konsistent abfragbar zu machen.

Ein spezifischer Metadatenstandard, der die wissenschaftliche Qualität von Bauforschungsprojekten voll erfasst, existiert bisher nicht. Ihn zu definieren ist eine zentrale Aufgabe unseres Projekts. Der zu entwickelnde Standard muss gleichermaßen die originären 3D-Daten, den darauf aufbauenden wissenschaftlichen Bearbeitungsprozess sowie die Endergebnisse beschreiben können. baureka.online baut dafür auf bestehende Metadatenstandards auf und knüpft an anerkannte Standards, Thesauri und Normdaten an.

Das Backend, also den Speicher selbst, bauen wir auf dem Forschungsdatenrepositorium RADAR auf, das am FIZ Karlsruhe entwickelt wurde. Das Frontend, also die Benutzeroberfläche von baureka.online, wird im Projekt unter Einbindung der Community entwickelt. Wir achten dabei auf einfache Benutzbarkeit mithilfe einer ansprechenden und intuitiven Gestaltung.

Der Prozess der Datenübergabe soll für die Nutzer:innen einfach und mit wenig Aufwand gestaltet werden. Bereits während eines laufenden Projekts sollen sie ihre Forschungsdaten über eine vorgeschaltete NextCloud-Funktion strukturieren und hochladen können. Am Ende werden die strukturierten Daten nach einer formalen und inhaltlichen Prüfung durch Datenkurator:innen einfach in baureka.storage übernommen.

Rechtefragen sind während all dieser Prozesse zentral. In Zusammenarbeit mit dem Forschungsbereich Immaterialgüterrechte in verteilten Informationsinfrastrukturen am FIZ Karlsruhe wird eine Analyse aller relevanten rechtlichen Fragestellungen vorgenommen und ein Entscheidungsbaum als digitaler Assistent implementiert, um die Datengeber:innen bei der Bewertung der rechtlichen Situation zu unterstützen. Die Datengeber:innen selbst bestimmen durch die Auswahl einer Creative-Commons-Lizenz über den freien oder beschränkten Zugriff auf ihre Daten.

Um baureka.online langfristig betreiben zu können, entwickeln wir ein nachhaltiges Betriebsmodell. Dafür suchen wir Synergien im Rahmen mehrerer Konsortialinitiativen der im Aufbau befindlichen Nationalen Forschungsdateninfrastruktur NFDI. Außerdem werden wir Wissenschaftler:innen dabei unterstützen, Gelder für die Archivierung in baureka.online bei ihren Fördergebern zu beantragen. Als weitere Option prüfen wir kostenpflichtige institutionelle Mitgliedschaften. Für die Datennutzer:innen soll baureka.online möglichst kostenlos bleiben.

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Abb 2: Schaubild zur Community von baureka.online.